Sonntag, 11. März 2012

Die geheimen Tunnel von Gibraltar - Teil I

Für den gemeinen Touristen gibt es eine Menge Tunnels und Höhlen zu sehen: Die St. Michaels Cave, die Great Siege Tunnels und weniger bekannt die World War II Tunnels. Während man Erstere noch einfach im erweiterten Ticket zur Seilbahn dabei hat, braucht man für Letztere schon eine Voranmeldung für eine einstündige Tunneltour.
Eine Kollegin und ihr Partner führen aber zusätzlich noch in einem der Öffentlichkeit unbekannten Teil eine Tour durch. Diese Tour konnte ich letzten Mittwoch mitmachen und so mal wieder einen Bereich Gibraltars sehen der den Meisten noch nicht mal etwas sagt. Drei Stunden im Inneren des Rock, zu Fuß rund 3 Kilometer gelaufen und um viele Eindrücke reicher. Insgesamt hätten in diesen Tunnelsystem 16.000 Menschen leben können!
Der Eingang ist noch unspektakulär, unser Guide öffnet erstmal den Eingang hinter dem ehemaligen Casino und gibt uns dann eine kurze Sicherheitseinweisung, inclusive Eintragung in die Anwesenheits-Checkliste.
Jemandem aus England kommen die Straßennamen unter Tage sehr bekannt vor. Ungefähr in dem Verhältniss in dem sich das echte englische Straßennetz befindet werden auch die unterirdischen Straßen zueinander benannt. So fiel die Orientierung für die englischen Soldaten im Tunnelsystem deutlich leichter - schliesslich sind es 35 Meilen Tunnel im Rock.
Zeugen jüngerer Geschichte: Da die Tunnel mit Ausnahme der wenigen Führungen grundsätzlich für die Öffentlichkeit geschlossen sind, werden sie für Übungen des britischen Militärs benutzt.
Das ehemalige Brigadehauptquartier, eine sogenannte Nissenhütte aus Wellblech und Holz. Allerdings ist das nicht das Original, sondern ein Nachbau. Man beachte die Fenster: ohne echte Funktion, allerdings für die Psyche der Soldaten gedacht.
Besonders dem Holz wurde arg zugesetzt. Unser Guide kannte die Wand noch, bestehend aus Holz. Das letzte Stück wird wohl auch in nächster Zeit herunterfallen.
Und schaut man sich an, das es sich nur um einen Nachbau aus dem Jahr 1987 handelt - 25 Jahre reichen für:
...ganz schön viel Zerstörung!
an einigen Stellen gibt es Ausgänge, sei es durch Schächte oder wie hier durch einen nurmalen Tunnelausgang. Hinter einem Gang zu den Offiziersunterkünften - geschlafen wurde im Schichtsystem - befand sich ein geheimer Ausgang zum Rock-Hotel. Das nutzten die Offiziere angeblich um dem dumpfen Höhlenklima zu entkommen sowie an der Hotelbar auch sich mal nen Drink zu genehmigen. Früh erschienen sie dann wieder ganz normal in der Höhle.
Ein noch intakter Kochtopf in einer der vielen Küchen. Angeblich war dieser Arbeitsplatz besonders unbeliebt. Durch die ständige Dampfentwicklung und die fehlenden, echten Abzugsmöglichkeiten hat es hier rund um die Uhr "geregnet". Zusätzlich waren die Arbeitsschichten sehr inhuman - Schliesslich musste man lange vorm Frühstück munter sein und nach Zapfenstreich noch putzen.

Der nördliche Teil des Tunnels ist beleuchtet, aber deswegen nicht weniger interessant.
Dies war der 1. Teil - im 2. Teil gibt es noch deutlich spektakulärere Bilder: Generatorenhalle, Krankenhaus und eine natürliche Höhle.

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