Dienstag, 29. Mai 2012

Jubiläum in UK & aktuelle Grenzprobleme

Long time no see...
Es gibt einige kleine Neuigkeiten in Gibraltar, deren Ursache aber etwas weiter her zu holen ist.

Thronjubiläum

Da wäre zum einen das baldige 60-jährige Thronjubiläum der englischen Königin.Das wichtigste daran ist natürlich der damit verbundene, zusätzliche Feiertag den wir hier am 5. Juni genießen dürfen!
Aber natürlich ist das nicht ein einfacher Feiertag. Ich denke schon das hier noch intensiver als in Großbritannien selber mitgefeiert wird. Heute wurden schon Wimpel ausgehangen, zwei Wochen vor den Feierlichkeiten hängen schon Fahnen von zahlreichen Balkons. Auch in den Geschäften gibt es extra Regale mit Jubiläumsflaggen mit dem Konterfei der Queen.
Obendrauf gibt es auch noch die größte Militärparade seit 60 Jahren - 2500 Soldaten, auch aus Gibraltar, sind am Samstag in Windsor aufmarschiert. In Gibraltar wären das immerhin knapp 10% der Einwohner, da können auch Nordkorea, China & Russland nicht mithalten.
Natürlich wird das auf der spanischen Seite der Grenze zum Teil mal wieder als Provokation angesehen, vor allem weil es in Gibraltar tatsächlich königlichen Besuch geben wird. Zu Gast sein wird Prinz Edward samt Gemahlin, und das gefällt natürlich in Spanien überhaupt nicht und wird gern bemüht um von den eigenen Problemen abzulenken. Allerdings ist auch richtig das so ein Besuch natürlich an sich schon die erhitzten Gemüter weiter anfeuert.
Die Verstimmung auf spanischer Seite war so hoch das die spanische Königin Sofia, immerhin Cousine von Queen Elizabeth, ihren geplanten Besuch in London auf Befehl des spanischen Parlamentes absagen musste. Der Besuch sei "unter den gegenwärtigen Umständen nicht angemessen".

Fischereistreit

Allerdings gibt es noch Probleme die etwas größer sind und sich unmittelbar vor der Haustüre abspielen. Im Vertrag von Utrecht von 1713 wurde Gibraltar ja 'auf ewig' England zugesprochen. Anscheinend war es damals noch nicht üblich sich auch das umgebende Gewässer zu sichern - was auch einer der heutigen Punkte des Anstoßes ist.
Nichtsdestotrotz gesteht sich Gibraltar eine kleine, eigene Seezone zu. Man hat ja die Polizei, zu Lande aber auch zu Wasser. Zusätzlich hat man gleich einen Großteil dieser Seezone zur Umweltzone ohne Fischerei erklärt. Da aber dies von Spanien nicht anerkannt wird scheren sich die spanischen Fischer ungern darum. Gut, dazu hat man ja Polizeiboote & Co. Da man natürlich ungern bewaffnet eingreift und als britische Polizei sowieso keine Waffen hat, beschränkt man sich auf Lautsprechermaßnahmen & das Stören des Fangbetriebes.
So weit, so gut. Sobald jetzt aber am nächsten Abend die spanische Seite mit spanischen, bewaffneten Polizeibooten anrückt verändert sich das Kräfteverhältniss schon um ein ganzes Stückchen. "After spanish hostility", nach spanischen Feindseeligkeiten werden nun die Diplomaten bemüht während sich jede Nacht das Spiel vermeintlich wiederholt. Inzwischen gab es auch schon Berührungen zwischen der spanischen Guarda Civil und den gibraltesischen Booten.
Die britische Politik spricht das Problem sowohl vor der EU als auch im direkten Gespräch mit dem spanischen Innenminister an. Ob dieses eine mal etwas Greifbares herauskommt, darf bezweifelt werden.
Währenddessen wirft mittlerweile selbst ein spanischer Fischereiverband den Vorwurf das die eindringenden Fischerboote nur auf Anordnung der Politik handeln. Gänzlich unwahr wird dies nicht sein, schließlich hat Spanien 8000km Küste, Gibraltar nur einige Wenige.

Bleibt also nichts weiter übrig als die täglichen Hupkonzerte an der Grenze auszuhalten. Viele lassen unterdessen ihr Fahrzeug in Spanien stehen und laufen - mit dem Ergebnis das sich Taxifahrer freuen & der Verkehr hier etwas geringer geworden ist. Trotzdem keine schöne Situation.

Bisher berichten die deutschen Medien nur im Zusammenhang über den Besuch der Königin Sofia. Sollte hier zufällig jemand von den Medien mitlesen - sie können mich über die Kommentare erreichen, ich helfe gern bei genaueren Auskünften.

Dienstag, 10. April 2012

Die geheimen Tunnel von Gibraltar - Teil III

Als letzten Teil aus den geheimen Tunnel gibt es die Bilder aus den Maschinenräumen. Allerdings bleibt wie immer zu sagen: Live sieht es natürlich noch tausend mal interessanter und vor allem spektakulärer aus.
Am Eingang nur Maschinchen, aber dennoch wird einem schon der Verfall durch Rosten gegenwärtig. Gewarnt wird auch vor dem Asbest der hier allenthalben zugegen ist, von daher ist der Aufenthalt da auch nicht ewig lang.
Um die erste Kurve gebogen sieht man schon die riesigen Schiffsdiesel. Einsatzbereit sind sie jetzt nicht mehr, waren es aber bis Ende der 60er Jahre. In den letzten Jahren wurde versucht diese Anlage für den Schrottpreis zu verkaufen, allerdings ist es zu schwierig das gesamte Ensamble zu zerteilen - bleibt also vorerst drinn.
Ein umgeworfener Schrank - wahrscheinlich mit Schiebern voller Aktenkarten zu Einstellungen, Verbrauch und Betrieb der Maschinen. Unbeschreiblich was für ein Lärm in der Halle geherrscht haben muss.
Nicht mehr einsatzbereit? Von Unten schaut das aber noch ganz in Ordnung aus...
Dann sind wir mal die rostigen Treppen empor gestiegen, und siehe da - es ist sogar noch Diesel in einigen Maschinen enthalten
Egal um welche Maschinen es sich handelt - Gefahr durch Hochspannung lauert(e) an jeder. Aber schon aufgrund Lärm, Gestank und Brandgefahr werden auch nicht Viele die Maschinenhalle zu Betriebszeiten gesehen haben.

Aber nicht nur Schiffsturbinen gibt es - auch Flugzeugtriebwerke die hier noch nocht komplett auseinander genommen wurden.

Einen stillen Zeitzeugen haben wir dann auch noch gefunden: Letztes Testdatum 1967 - bis dahin war die Anlage also in Betrieb, 2 Jahre bevor Spanien die Grenze zu Gibraltar für 15 Jahre schloß.

der Kranhaken der 12 Tonnen aus hält, also auch die Schiffsturbinen anheben konnte.

Respekt - die Farbe hat lange gehalten!
Alles in allem ein sehr interessantes Erlebnis - jeder der die Chance dazu hat sollte sie einmal ergreifen. Die World-War-II-Tunnels, in denen die Geschichte quasi noch lebt :-)

Mittwoch, 21. März 2012

Die geheimen Tunnel von Gibraltar - Teil II

So, nun hats natürlich wieder länger gedauert mit dem schnellen Update und Teil II, aber hier ist er endlich:
Als nächstes sind wir an eine interessante Stelle gekommen auf die man bei den Bohrungen/Sprengungen in den Tunnels gekommen ist: Eine der vielen kleinen und kleinsten natürlichen Höhlen die sich über die Jahrmillionen entwickelt haben. Dadurch das sich Regenwasser über die Jahrtausende hat durchsickern lassen gibt es die zahlreichen Stalaktiten und einige Stalagmiten.


Im Eingangsbereich findet man dagegen "frische" Stalaktiten. Besonders ist hierbei das der hohe Kalkgehalt sie schnell wachsen lässt, zusätzlich der deutlich spürbare Höhlenwind für den ungeraden Wuchs sorgt.

an breiteren Stellen der Tunnels lagern sie in großen Mengen: Stahlnetze. Ursprünglich eingesetzt um den Rock vor Felsabstürzen zu sichern, fand man im zweiten Weltkrieg eine bessere Verwendung: Als Netze im Hafen heruntergelassen halfen sie die vor Anker liegenden Boote vor den italienischen Uboot-Angriffen zu schützen.

Lüftungssystem nahe eines nach oben gerichteten Austrittschachtes. Die übermannsgroßen Ventilatoren haben die stickige Höhlenluft wohl etwas erträglicher gemacht.
Ein kleiner Vorgeschmack auf die Generatorenhalle - die Fotos der Schiffsdiesel und Flugzeugmotoren gibts im Teil III
Im Toilettentrakt des Krankenhausbereiches gibt es noch einige Schüsseln zu bewundern. Benutzung ist allerdings nicht mehr empfohlen :-)
zwischen den zwei Krankentrakten im Kranken"haus" gab es die Operationssääle. Leider sind sowohl Sääle als auch Krankentrakt nur sehr schwierig zu fotografieren gewesen. Allerdings sorgt dieser spezielle Ablauf für Erstaunen unter den Besuchern: Das ist weder ein Waschbecken, noch ein Klo. Hm...was könnte man in einem OP noch wegspülen müssen...
zum Abschluss des Rundgangs gelang es mir endlich auch mal eine Langzeitaufnahme zu machen - sonst waren wir ja ständig in  Bewegung. Sieht schon klinisch & kalt aus, so ein Tunnel. Beim nächsten mal bin ich wieder dabei!
Im dritten Teil geht es dann endlich um die Maschinenhalle.

Sonntag, 11. März 2012

Die geheimen Tunnel von Gibraltar - Teil I

Für den gemeinen Touristen gibt es eine Menge Tunnels und Höhlen zu sehen: Die St. Michaels Cave, die Great Siege Tunnels und weniger bekannt die World War II Tunnels. Während man Erstere noch einfach im erweiterten Ticket zur Seilbahn dabei hat, braucht man für Letztere schon eine Voranmeldung für eine einstündige Tunneltour.
Eine Kollegin und ihr Partner führen aber zusätzlich noch in einem der Öffentlichkeit unbekannten Teil eine Tour durch. Diese Tour konnte ich letzten Mittwoch mitmachen und so mal wieder einen Bereich Gibraltars sehen der den Meisten noch nicht mal etwas sagt. Drei Stunden im Inneren des Rock, zu Fuß rund 3 Kilometer gelaufen und um viele Eindrücke reicher. Insgesamt hätten in diesen Tunnelsystem 16.000 Menschen leben können!
Der Eingang ist noch unspektakulär, unser Guide öffnet erstmal den Eingang hinter dem ehemaligen Casino und gibt uns dann eine kurze Sicherheitseinweisung, inclusive Eintragung in die Anwesenheits-Checkliste.
Jemandem aus England kommen die Straßennamen unter Tage sehr bekannt vor. Ungefähr in dem Verhältniss in dem sich das echte englische Straßennetz befindet werden auch die unterirdischen Straßen zueinander benannt. So fiel die Orientierung für die englischen Soldaten im Tunnelsystem deutlich leichter - schliesslich sind es 35 Meilen Tunnel im Rock.
Zeugen jüngerer Geschichte: Da die Tunnel mit Ausnahme der wenigen Führungen grundsätzlich für die Öffentlichkeit geschlossen sind, werden sie für Übungen des britischen Militärs benutzt.
Das ehemalige Brigadehauptquartier, eine sogenannte Nissenhütte aus Wellblech und Holz. Allerdings ist das nicht das Original, sondern ein Nachbau. Man beachte die Fenster: ohne echte Funktion, allerdings für die Psyche der Soldaten gedacht.
Besonders dem Holz wurde arg zugesetzt. Unser Guide kannte die Wand noch, bestehend aus Holz. Das letzte Stück wird wohl auch in nächster Zeit herunterfallen.
Und schaut man sich an, das es sich nur um einen Nachbau aus dem Jahr 1987 handelt - 25 Jahre reichen für:
...ganz schön viel Zerstörung!
an einigen Stellen gibt es Ausgänge, sei es durch Schächte oder wie hier durch einen nurmalen Tunnelausgang. Hinter einem Gang zu den Offiziersunterkünften - geschlafen wurde im Schichtsystem - befand sich ein geheimer Ausgang zum Rock-Hotel. Das nutzten die Offiziere angeblich um dem dumpfen Höhlenklima zu entkommen sowie an der Hotelbar auch sich mal nen Drink zu genehmigen. Früh erschienen sie dann wieder ganz normal in der Höhle.
Ein noch intakter Kochtopf in einer der vielen Küchen. Angeblich war dieser Arbeitsplatz besonders unbeliebt. Durch die ständige Dampfentwicklung und die fehlenden, echten Abzugsmöglichkeiten hat es hier rund um die Uhr "geregnet". Zusätzlich waren die Arbeitsschichten sehr inhuman - Schliesslich musste man lange vorm Frühstück munter sein und nach Zapfenstreich noch putzen.

Der nördliche Teil des Tunnels ist beleuchtet, aber deswegen nicht weniger interessant.
Dies war der 1. Teil - im 2. Teil gibt es noch deutlich spektakulärere Bilder: Generatorenhalle, Krankenhaus und eine natürliche Höhle.

Mittwoch, 22. Februar 2012

+++Sondermeldung: Internet wird schneller+++

Es ist soweit! Überraschend fanden wir gestern die Ankündigung in den Nachrichten: DAS INTERNET WIRD SCHNELLER!!!!! Und zwar mehr als doppelt so schnell!
  • Standard: 1 MBit ==> 4 MBit
  • Standard Plus: 2 MBit ==> 8 MBit
  • Enhanced: 8 MBit ==> 20 MBit
Allerdings werden die Änderungen leider nicht sofort umgesetzt.  Zum 1.3.2012 gibt es lediglich für die zwei 'kleinen' Pakete erst einmal Geschwindigkeitsverdoppelungen, während die Kunden des Enhanced-Paketes mit einem 10£-Rabatt leben dürfen.
Aber apropos Rabatt - wie sind die Preise? Die bleiben gleich, und zwar:
  • Standard: 32£ (24 DSL + 8 Line Rental)
  • Standard Plus: 62£ (54 DSL + 8 Line Rental)
  • Enhanced: 102£  (94 DSL + 8 Line Rental)
Tja, nicht ganz die Preise die man im Großteil der Welt für billig-DSL erwartet. Aber auch dafür schreibt Gibtelecom eine Begründung: man hätte viel weniger Kunden zu versorgen, von daher viel mehr Kosten auf diese zu verteilen. 

Quellen:
(1) Gibtelecom Website-Update: Gibtelecom's biggest bandwidth upgrade to date
(2) Gibraltar Chronicle-News: Gibtelecom set to massively increase home bandwidth

PS: es geht nicht teurer und langsamer? Schaut euch doch mal die Preise & Geschwindigkeiten von St. Helena, British overseas territory an: http://www.cwsthelena.sh/page32.html

Samstag, 18. Februar 2012

Winter fällt aus

Ok, ganz vielleicht doch nicht - schliesslich hat es doch auch mal empfindlich frische Temperaturen gegeben, oder den ein oder anderen Tag mit etwas Regen. Lustigerweise regnets halt immer Nachts und am frühen Morgen, so das meine Langschläferkollegen das garnicht mitbekommen.
Auf jeden Fall wollte ich mal wieder ein paar Impressionen geben. Zuerst vom letzten Wochenende, als es ausnahmsweise mal ausserhalb Gibraltars nach Alcaidesa - dem Ort der Wahl wenn man Ruhe bevorzugt und einem 40 Minuten Weg auf Arbeit nichts ausmachen. Ein ehemaliger Kollege veranstaltet einen Grillabend, da sagt man sicherlich nicht nein. Und was bietet sich im Februar auch anderes an als Nachts noch ein kleines Feuerchen am Strand zu machen.
Kleiner Ausblick nach Gibraltar. 40 Minuten Weg? im Berusverkehr das Minimum!
Auch abends angeleuchtet nett anzusehen
Erfolgreich aus Treibgut und Strandsträuchern ein Feuerchen gemacht - Danke den beteiligten Sammlern, es waren nämlich einstellige Temperaturen!
Aber auch aus dem Dezember habe ich noch einen kleinen Nachtrag: In Gibraltar gab es nämlich eine kleine Paintballveranstaltung. Die Regierung hatte sich im Zuge der Wahl großzügig gegeben und portables Paintballfeld bezahlt. Das Ganze sieht dann so aus:


Sieht ja noch ganz friedlich aus....
naja,nicht wirklich friedlich

Meine Kollegen nach ihrem Spiel
Und die Gebäude nebenan...

Mittwoch, 25. Januar 2012

Es ist so weit...

Genau, meine ID-Card, oder genauer meine Civilian Registration Card ist da. Bisher habe ich es ja geheim gehalten, aber ab jetzt bin ich offiziell britischer Staatsangehöriger. Das hat vor allem bei Rentenberechnung, Reisemöglichkeiten und sonstiger sozialer Absicherungen zu tun.
Oder hat einfach nur mal wieder jemand in Gibraltar beim ID-Karten-Erstellen geschlafen? Hm, könnte auch sein. Denn nach der Beantragung am 1.10.2010!!!! haben sie sich ja auch gut Zeit gelassen.

Ansonsten ist uns das Wetter hier sehr gut gesonnen. Im Gegensatz zur sonst Mitte/Ende Dezember eintretenden Regenzeit herrscht hier tagein tagaus Sonnenschein!Bisher vielleicht zwei Regentage seit Dezember, das kann sich schon sehen lassen.

Zusätzlich gibts Neuigkeiten zu den Feiertagen - da hat sich mal wieder einiges verschoben, das gäbe es in Deutschland wohl nicht.Ein besonderer Dank gilt unserem neuen Chef im Gibraltar-Parlament: neue Feiertage an Bord!
Highlights sind under anderem das Osterwochenende mit Freitag/Monat frei Anfang April. Noch viel erfreulicher sind der 30. April - 'Workers Memorial Day' sowie gleich darauf der Tag der Arbeit. Ebenfalls ein langes Wochenende gibt es am 4. und 5. Juni mit dem Frühlingsbankfeiertag sowie dem 60-jährigen Thronjubiläum der Queen! Hoch lebe die Queen! Alle Feiertage gibt es HIER auf einem Blick